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Mehrkampf-Gold geht an Stelmakh – Lokalmatador Toba krönt Abschied mit Bronze

Donnerstag, 23. Juli, 15:11

Radomyr Stelmakh vom SC Cottbus Turnen ist neuer deutscher Mehrkampf-Meister im Gerätturnen. Der gebürtige Ukrainer, der seit Februar die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, siegte am Donnerstag in der gut gefüllten ZAG arena und sicherte sich die Goldmedaille bei den Finals 2026 Hannover. Sieger der Herzen war ein anderer: Andreas Toba. Der 35-jährige Lokalmatador zeigte bei seinem „Abschied“ einen starken Sechskampf und wurde Dritter.

Was wurde nicht alles über Andreas Toba geschrieben. Er war der „Hero de Janeiro“, als er bei Olympia 2016 mit gerissenem Kreuzband sich für die Mannschaft opferte. Oder einfach „Einer mit Haltung“, wie die TAZ ihn treffend beschrieb. In Hannover war und ist er einfach der Vorzeigeturner und große Publikumsliebling – einer, der nahezu sein ganzes Leben dem Turnsport gewidmet hat. Mehr als 20 Jahre stand der 35-Jährige vom TK Hannover im Bundeskader. Viermal (2012, 2016, 2021, 2024) nahm er für Deutschland an den Olympischen Spielen teil und überholte damit seinen Vater Marius (1988, 1996, 2000). Seit seinem Rückzug von der internationalen Bühne im Vorjahr nach den Europameisterschaften in Leipzig arbeitet er als Landestrainer - am Stützpunkt der Turner in Hannover. 

Andreas Toba hat in seiner langen Laufbahn viele Wettkämpfe geturnt, zum Abschluss seiner Karriere im Vorjahr in Leipzig nochmals nach 2021 EM-Silber am Reck gewonnen. Nur einen großen Wettkampf in seiner Heimat Hannover hatte Toba nicht in seiner Vita – bis zum Auftakt der Finals 2026. Mit starken Leistungen hatte sich der Döhrener in Niedersachsen für das Mehrkampf-Finale qualifiziert – und enttäuschte nicht. Mit 76,400 Punkten wurde er Dritter. Gold ging an Radomyr Stelmakh (79,700 Punkte), der nach seiner Einbürgerung gleich die auf ihn gesetzten Hoffnungen bestätigen konnte. Platz zwei und Silber ging an Alexander Kunz (77,867/TSV Pfuhl). 

„Dafür das ich eigentlich Rentner bin und Turnen nur noch als Hobby mache, finde ich es schön, wenn man sieht, wenn man mit Leidenschaft Sachen macht, dass es gut werden kann“, freute sich Andreas Toba nach der Siegerehrung. „Und wenn dann das Resultat ist, ist es umso schöner“, freute sich der Lokalmatador, der von Familie und vielen Freunden lautstark unterstützt wurde. „Alle wichtigen Menschen waren da – alle die mich die letzten 30, 31 Jahre unterstützt haben. Es ist unglaublich“, sagt Toba.

An Ringe (13,200 Punkte) und Reck (13,100) qualifizierte sich Toba zudem für die Gerät-Finals – und hat da sogar weitere Medaillenchancen. „Der wichtige Wettkampf war heute – alles andere ist jetzt Bonus“, sagte Toba mit Medaille um den Hals. „Ich habe gemerkt, dass ich einigermaßen fit bin. So habe ich mich dann über die Landesmeisterschaften hierher gequält. Die letzten zwei Wochen hatten meine Jungs Ferien, dadurch konnte ich zweimal am Tag trainieren“, erklärte Toba und ergänzte: „Man muss die Kirche im Dorf lassen: Ich habe mich nur auf diesen Wettkampf vorbereitet, die anderen haben die EM als Ziel“, sagte der zweimalige Vize-Europameister und bestätigte: „Es war mein Abschluss im Mehrkampf - auf jeden Fall.“ Mit einer unerwarteten Bronzemedaille in Hannover gekrönt.

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